In vielen Fällen ist "es" das feste Subjekt oder Objekt des Satzes. Wenn man den Satz umstellt, rutscht das "es" auf Position 3, aber es darf nicht weggelassen werden. Hier ist eine übersichtliche Liste der wichtigsten Bedeutungsgruppen:
A. Existenz, Befinden und Identität
es gibt (+ Akkusativ): Es gibt heute Nudeln. → Heute gibt es Nudeln.
es geht (jemandem gut/schlecht): Es geht mir gut. → Mir geht es gut.
es heißt (im Sinne von „man sagt“): Es heißt, dass er bald kündigt. → Morgen heißt es Abschied nehmen.
B. Feste Verbindungen mit Präpositionen
es geht um (+ Akkusativ): Es geht um viel Geld. → Darum geht es nicht.
es handelt sich um (+ Akkusativ): Es handelt sich um ein Missverständnis. → Bei dem Buch handelt es sich um einen Krimi.
es kommt an auf (+ Akkusativ): Es kommt auf das Wetter an. → Darauf kommt es an.
es fehlt an (+ Dativ): Es fehlt an Beweisen. → Ihm fehlt es an Mut.
es mangelt an (+ Dativ): Es mangelt an Fachkräften. → In der Pflege mangelt es an Personal.
C. Wetter und Naturphänomene (Wetterverben)
Bei diesen Verben ist „es“ das feste Subjekt, da niemand konkret diese Handlung ausführt.
es regnet:Es regnet stark. → Gestern hat es geregnet.
es schneit:Es schneit in den Bergen. → Morgen schneit es.
es blitzt / es donnert:Es blitzt und donnert. → Nachts hat es geblitzt.
es dämmert:Es dämmert schon. → Draußen dämmert es.
D. Geräusche und Wahrnehmung
es klingelt:Es klingelt an der Tür. → Plötzlich klingelte es.
es klopft:Es klopft am Fenster. → Dreimal hat es geklopft.
es riecht / duftet nach:Es riecht nach Kaffee. → Hier duftet es nach Kuchen.
es schmeckt nach:Es schmeckt nach Erdbeeren. → Im Abgang schmeckt es nach Vanille.
E. „Es“ als festes Akkusativobjekt in Redewendungen
In diesen Fällen ist das „es“ kein Subjekt, sondern ein festes Objekt, das nicht durch ein anderes Nomen ersetzt werden kann.
es eilig haben:Ich habe es eilig. → Er hat es heute sehr eilig.
es ernst meinen:Sie meint es ernst mit ihm. → Ich meine es wirklich ernst.
es leicht / schwer haben:Er hat es nicht leicht im Leben. → Früher hatten wir es schwer.
es weit bringen:Sie wird es im Beruf weit bringen.
es auf jemanden/etwas abgesehen haben:Der Chef hat es auf mich abgesehen.
2. Nicht obligatorisches "es"
A. Als reiner Platzhalter im Vorfeld (Position 1)
Manchmal steht "es" nur auf Position 1, weil das eigentliche Subjekt weiter hinten im Satz steht und die Position 1 nicht leer bleiben darf. Wenn ein anderes Wort auf Position 1 rückt, fällt "es" komplett weg.
Bei bestimmten Verben: Beispiel: Es spielen viele Kinder auf der Straße. Umstellung: Auf der Straße spielen viele Kinder. (Das "es" verschwindet!)
Beim Passiv: Beispiel: Es wird heute viel getanzt. Umstellung: Heute wird viel getanzt. (Das "es" verschwindet!)
B. Als Repräsentant für einen Nebensatz oder Infinitivsatz
In diesen Fällen steht "es" im Hauptsatz für einen Satz, der noch folgt. Wenn der Nebensatz oder Infinitivsatz an den Anfang (Position 1) rückt, fällt "es" weg.
Für einen dass-Satz: Beispiel: Es geht aus Umfragen hervor, dass die Mehrheit nicht sportlich ist. Umstellung: Dass die Mehrheit nicht sportlich ist, geht aus Umfragen hervor.
Für einen indirekten Fragesatz: Beispiel: Es ist fraglich, ob Menschen durch einen Berufswechsel zufriedener werden. Umstellung: Ob Menschen durch einen Berufswechsel zufriedener werden, ist fraglich.
Für einen Infinitivsatz: Beispiel: Es ist nicht zu empfehlen, gleich zu kündigen. Umstellung: Gleich zu kündigen, ist nicht zu empfehlen.
3. Sonderfall: Befinden (Mir ist kalt / Mir geht es gut)
Bei Ausdrücken des körperlichen Befindens mit Dativ (kalt sein, warm sein, schlecht sein) fällt das "es" meistens weg, wenn der Dativ auf Position 1 steht:
Es ist mir kalt. → Mir ist kalt. (ohne "es")
Bei "Wie geht es dir?" bleibt das "es" jedoch obligatorisch (siehe Punkt 1A):